Buchclub im offenen Ganztag

Das erfolgreich verlaufene Projekt „Buchclub im offenen Ganztag“ ist hier dokumentiert und kann Beispielgebend für andere Schulen sein. Wir haben den Antrag und die komplette Dokumentation verlinkt:

Das Projekt „Unser Buchclub“ wurde als Leseförderung im offenen Ganztag konzipiert, um die bisherige Vorlesezeit zu vertiefen und zu erweitern. Im Fokus standen dabei die Förderung von Lesemotivation, Lesekompetenzen und der Lesesozialisation durch spielerisch-kreative Angebote.

In der ersten Projektwoche lag der Schwerpunkt auf der Lesemotivation, wofür unter anderem die Bücher „Ich mag keine Bücher“ und „Der größte Bücherberg der Welt“ genutzt wurden. In den Geschichten erlebten die Kinder eine Wandlung der Hauptfiguren von sogenannten Lesemuffeln zu begeisterten Lesern. Im Verlauf der Woche hatten die Kinder die Möglichkeit, ihre eigenen Lieblingsbücher mitzubringen und der Gruppe vorzustellen. Aufgrund der großen Begeisterung wurde diese Vorstellung der Lieblingsbücher während des gesamten Projektzeitraums beibehalten und als offenes Projekt auf den gesamten OGS-Alltag ausgeweitet. Auch Kinder mit besonderem Förderbedarf, wie LRS oder sozial-emotionalen Schwierigkeiten, brachten sich aus eigenem Antrieb aktiv und mit viel Freude in das Projekt ein.

Die zweite Woche stand unter dem Motto „Wörter, Wörter, Wörter“ und wurde zu einer Wortschatzsuche. Den Kindern wurde vermittelt, dass Wörter Gedanken auslösen und der genaueren Beschreibung dienen, was zudem an das Unterrichtsthema „Adjektive“ anknüpfte. Da es in emotionalen Situationen häufig schwerfällt, angemessen zu reagieren, bastelten die Kinder kreative „Wortschatzgläser“. Diese frei zugängliche Sammlung soll die Kinder darin unterstützen, wertschätzend miteinander zu kommunizieren. Den Abschluss der zweiten Woche bildete die Geschichte „Die große Wörterfabrik“ im Erzähltheater, deren Fazit es ist, dass manchmal schon wenige Wörter ausreichen, um Großes zu bewirken.

In der dritten Woche, der sogenannten Geschichtenwerkstatt, setzten sich die Kinder mit den Anfangssätzen und dem Aufbau von Geschichten auseinander. Sie nutzten ein Märchenlegespiel, legten Bilderreihen und erfanden eigene Geschichten. Inspiriert durch das Buch „Anna und die Bücherbande“ schrieben die Teilnehmer für ausgewählte Figuren aus bekannten Geschichten ebenfalls ganz neue Abenteuer. Mit dem Sammelglas „Schenk mir eine neue Geschichte“ wurde ein weiteres Gruppenspiel eingeführt, bei dem die Kinder Zettel mit Buchfiguren zogen und dazu frei eine eigene Handlung erzählten.

In der vierten und letzten Woche, betitelt mit „Büchermenschen“, wurde thematisiert, woher Bücher kommen und wer an ihrer Entstehung beteiligt ist. Bei einer Runde Flaschendrehen lernten die Kinder verschiedene Bucharten wie Pop-up-Bücher, Leporellos, Bilderbücher und Wimmelbücher kennen. Zudem wurden verschiedene Orte zur Buchbeschaffung besprochen, wie Buchläden, das Internet, Bücherschränke und die Bücherei. Dazu passend besuchte Frau Schinscheck, die Betreuerin der schuleigenen Bibliothek, die Projektgruppe, um den Kindern darüber zu berichten. Das reguläre Projekt endete mit der Einrichtung einer eigenen kleinen Gruppenbibliothek, die den Kindern der Schule Gerschede erhalten bleibt.

Als Ausblick und Fortführung des Konzepts geht der Buchclub unter dem Motto „Buchclub auf Reisen“ an andere Orte. Einige Bücher werden im Gepäck an viele verschiedene Essener Grundschulen weitergegeben, um auch dort Kinder zum Lesen zu motivieren und zum Träumen, Rätseln oder Zuhören einzuladen. Die Kinder der Ursprungsschule werden künftig mit Hilfe der Klassenlehrerin regelmäßig Post und Pakete von diesem reisenden Buchclub erhalten.

Hier ist die 19 seitge Dokumentation: