Unsere Leuchttürme
Unsere langjährige Förderung im Ruhrgebiet konnte bereits vielen Menschen helfen und vielen Kindern und Jugendlichen eine neue Perspektive eröffnen. Hier möchten wir Ihnen unsere größten Projekte vorstellen, welche den Zielgruppen in der Region seit Jahren als Leuchttürme Orientierung und Halt bieten.
Funke Stiftung
Die Anneliese Brost-Stiftung ist seit vielen Jahren eine verlässliche Stütze der Funke-Stiftung in Bredeney im (Kinder-) Heimverbund der Stadt Essen, indem sie die Personalkosten für 4 ergänzende MitarbeiterInnen übernimmt und das stiftungseigene Haus an der Ägidiusstraße für Jugendwohngemeinschaften zur Verfügung stellt.
In familiärer Atmosphäre werden in dem Stammhaus und sechs Außenwohngruppen Kinder und Jugendliche im Alter von 7 und 18 Jahren betreut und gefördert.
Um bei der Verarbeitung von mitunter traumatischen Erlebnissen in der Herkunftsfamilie zu helfen, unterstützt die Anneliese Brost-Stiftung die Arbeit der Funke-Stiftung durch die Finanzierung des GerD-Teams (Gruppenergänzender Dienst), welches aus zwei LehrerInnen, einer Heilpädagogin und einem Freizeitpädagogen besteht.
Das diverse Team aus PädagogInnen der Funke-Stiftung wird auf diese Weise dabei unterstützt, an Alter und Lebensumstände angepasste Hilfe leisten zu können, um die Lern- und Entwicklungschancen der Kinder und Jugendlichen für ihre weiteren Lebensperspektiven bestmöglich zu verbessern.
Grundschulen stärken Kinder
Bereits seit 2019 fördert die Anneliese Brost-Stiftung das Leuchtturmprojekt „Grundschulen stärken Kinder“.
Ziel des Projektes „Grundschulen stärken Kinder“ ist es, Kinder an insgesamt fünf Essener Schulen in ihren Schlüsselkompetenzen zu stärken, um
Bildungsübergänge von Kita zur Grundschule und in die weiterführende Schule erfolgreich zu meistern.
Mit Hilfe von theaterpädagogischen Workshops werden darin jährlich rund 1.000 Kinder gefördert.
Ein Schulwechsel ist für Kinder nicht nur in Bezug auf schulische Leistung, sondern auch auf sozial-emotionaler Ebene eine große Herausforderung.
Um diese gut zu meistern, werden nach der Einschulung im Klassenverband zwei Kompaktworkshops für je eine Woche mit täglichem theaterpädagogischem Unterricht durchgeführt. Zur Vorbereitung des Bildungsübergangs zur weiterführenden Schule finden ebenfalls in der 4.Klasse insgesamt drei Kompaktworkshops statt.
Die Kinder nehmen darin Angebote von Bewegungs-, Rollen- und Präsenzübungen zum Erlernen von Achtsamkeit, Empathie und Selbstregulation wahr und im Rahmen von begleitenden Elterntreffen werden auch hier Schwellenängste abgebaut.
Die Erfahrung des Projekts zeigt, dass die Kinder durch die Kompaktworkshops den Anforderungen der Bildungssysteme selbstsicherer entgegentreten: Die Klasse wird zu einem sicheren Lernraum und die Gruppen- und Klassendynamiken verbessern sich. Der soziale Rückhalt wird als unentbehrliche Basis für eine gelingende Bildungsbiografie erfahren.
Für die Jahre 2026/27 wird das erfolgreiche Projekt weiter gefördert.
Die Mischung macht´s
Intergenerativ, interkulturell, gemischte soziale Herkunft
Der Gelsenkirchener Stadtteil Hassel zeichnet sich durch eine vielfältige Bevölkerungsstruktur aus, die von unterschiedlichen kulturellen Hintergründen und Altersgruppen geprägt ist. Um dieser Vielfalt gerecht zu werden, plant das Stadtteilzentrum eine Erweiterung seines Angebots, wobei der Fokus insbesondere auf Familien mit Kindern sowie auf Seniorinnen und Senioren liegt. Da viele Familien im Stadtteil durch begrenzte finanzielle Mittel und hohen Alltagsdruck belastet sind, sollen neue, niedrigschwellige Bildungs- und Freizeitangebote deren soziale Teilhabe verbessern. Gleichzeitig zielt das Projekt darauf ab, ältere Bewohnerinnen und Bewohner – die oft tief im Stadtteil verwurzelt, aber teilweise von Einsamkeit oder Mobilitätseinschränkungen betroffen sind – durch gezielte kulturelle und soziale Begegnungen stärker in die Gemeinschaft zu integrieren.
Ein zentrales Anliegen ist dabei die Förderung des generationsübergreifenden Austauschs, um das gegenseitige Verständnis und den sozialen Zusammenhalt im Quartier nachhaltig zu stärken. Durch regelmäßige Kurse, Veranstaltungen und Kooperationen mit lokalen Initiativen soll sich das Stadtteilzentrum zu einem lebendigen, interkulturellen Treffpunkt entwickeln. Die Qualität und der Erfolg dieser Maßnahmen werden kontinuierlich durch Feedbackrunden und jährliche Auswertungen reflektiert.
Die Stiftung fördert das Projekt bis Mitte 2028.
Kinder- und Familientische
Die Kinder- und Familientische, die an insgesamt fünf Standorten in Essen betrieben werden, verfolgen das Ziel, materielle Not zu lindern, soziale Teilhabe zu ermöglichen und die Bildungschancen benachteiligter Kinder nachhaltig zu verbessern. Dabei fungieren sie als wichtiges Netzwerk, das Familien bei der Inanspruchnahme sozialer Leistungen unterstützt und die Zusammenarbeit zwischen Elternhaus und Schule fördert.
Der Kinder- und Familientisch in der Essener Oststadt, im August 2023 von der cse (Caritas-SkF-Essen gGmbH) eröffnet, ist ein zentraler Baustein der sozialen Arbeit im Quartier Bergmannsfeld. Er dient als niederschwellige Anlaufstelle für Kinder, Jugendliche und deren Eltern, die häufig von Bildungsbenachteiligung, Armut oder Fluchterfahrungen betroffen sind. Das Angebot umfasst eine kostenlose warme Mahlzeit in familiärer Atmosphäre, fachliche Beratung für Erwachsene sowie pädagogisch angeleitete Freizeit- und Bildungsangebote.
Aufgrund der hohen Nachfrage und steigender Lebenshaltungskosten mussten die Essensportionen bereits kurz nach dem Start deutlich erhöht werden. Aktuell findet das Projekt übergangsweise im Bodelschwinghhaus statt, soll jedoch nach Abschluss von Sanierungsarbeiten voraussichtlich im Sommer 2024 dauerhaft in das Bürgerhaus Oststadt umziehen. Mit dem Umzug ist auch ein massiver Ausbau der „Lernwerkstatt“ geplant, die in enger Kooperation mit den umliegenden Grundschulen individuelle Bildungsförderung leistet.
Die Stiftung fördert das Projekt bis Ende 2027.
Tanzprojekt YEAH YEAH e.V.
Das Projekt „Lass die Katze aus dem Sack — ein Tanzprojekt für pflegebedürftige Menschen“aus 2025 geht in die zweite Runde: Kompanie: Schwindelfrei – Tanzen im hohen Alter!
Nach einem Jahr intensiver Zusammenarbeit mit Bewohnern des Gerhard-Kersting-Hauses blickt das Projekt auf eine positive Bilanz zurück. Durch das wöchentliche Training konnten bei den rund 10 Teilnehmenden (ca. 10 % der Heimbewohner) signifikante Fortschritte erzielt werden:
- Körperliche & geistige Entwicklung: Das Bewegungsrepertoire wurde erweitert und die Teilnehmenden folgen mittlerweile eigenen Impulsen statt nur Anweisungen.
- Psychologische Wirkung: Aus anfänglicher Skepsis („Wer will uns schon sehen?“) entwickelte sich ein deutlich gesteigertes Selbstbewusstsein und mehr Eigeninitiative.
- Lebensqualität: Der Spaß am freien Tanzen und die kulturelle Teilhabe stehen im Mittelpunkt.
Das Projekt geht in die zweite Runde und setzt sich folgende Ziele:
- Kontinuität: Das wöchentliche Training wird fortgesetzt, um die Lebensfreude und Mobilität der Senioren weiter zu fördern.
- Individuelle Förderung: Die Gruppe soll weiterhin gefordert, aber nicht überfordert werden („Gratwanderung“).
- Zielsetzung: Geplant ist – sofern die Gruppe bereit dazu ist – ein Auftritt auf einer echten Bühne (in Kooperation mit dem Maschinenhaus Essen).
- Alternative: Sollte ein großer Bühnenauftritt nicht möglich sein, wird es stattdessen eine öffentliche Aufführung im geschützten Rahmen des Seniorenheims geben.
Fitnesskurs Lesen & Kommunikation
Die Abendrealschule Essen Eiberg bietet Menschen ab 17 Jahren die Möglichkeit, verschiedene Schulabschlüsse (vom Hauptschulabschluss bis zur Fachoberschulreife) nachzuholen. Ein zentraler Baustein ist dabei die gezielte Leseförderung, da viele Studierende – insbesondere solche mit Migrationshintergrund oder aus abgebrochenen Schullaufbahnen – Defizite in der Lesekompetenz aufweisen.
Kernpunkte des Förderprojekts:
Zielgruppe: Vor allem Studierende in Vorkursen mit Sprachbarrieren sowie ehemalige Analphabeten (u. a. Oliver Meise aus der ZDF-Sendung „Buchstäblich leben!“).
Struktur: Die Förderung findet in Kleingruppen (max. 6 Personen) parallel zum Regelunterricht statt. Durch eine externe Lehramtsstudentin wird ein bewertungsfreier Raum geschaffen, um Ängste abzubauen.
Methodik: Der Erfolg wird durch Lesediagnostik messbar gemacht. Fokus liegt auf Leseflüssigkeit, Fehlerfreiheit und dem Verständnis von Texten.
Finanzierung und Ausblick
Das Projekt entstand ursprünglich aus Corona-Aufholgeldern der Landesregierung. Da das reguläre Schulbudget für eine Weiterführung nicht ausreicht, ist die Schule auf externe Unterstützung angewiesen. Nachdem die Anneliese-Brost-Stiftung das Projekt bereits seit 2022 finanziert hat, wird nun eine erneute Förderung für 2026 finanziert, um das Angebot langfristig zu sichern.
Jugendrat
Seit 2010 wird mit dem Jugendrat der Anneliese Brost-Stiftung echte Partizipation beim Vergabeverfahren von Fördergeldern gelebt: Kinder und Jugendliche entscheiden bei Projekten für ihre Altersgruppe über Förderzusage und auch über Förderhöhe. Darüber hinaus übernehmen sie die Rolle als Projektpatinnen- und paten. Auf diese Weise sollen Entscheidungen kindgerechter gestaltet und ein Einblick in die Stiftungsarbeit gewährt werden. Die Mitglieder entwickeln ein Gespür für soziale Ungleichheiten und erkennen Möglichkeiten zur Unterstützung. Im Hinblick auf die selbstständige Verteilung von Fördergeldern ist der Jugendrat der Anneliese Brost Stiftung einzigartig.