Wurzeln schlagen – Kinder gestalten Zukunft

Das Projekt setzt an der städtischen Gesamtschule Bockmühle in Essen an, die einen hohen Sozialindex aufweist und in einem Stadtteil mit besonderen sozialen Herausforderungen liegt. Viele Kinder wachsen hier unter Bedingungen auf, die durch geringe finanzielle Ressourcen, eingeschränkte Teilhabechancen und oft auch geringe Zugänge zu Umwelt- und Kulturangeboten geprägt sind. Gerade in diesem Sozialraum ist es wichtig, Kindern nachhaltige Zukunftskompetenzen zu vermitteln und ihre Selbstwirksamkeit zu stärken.

Mit dem Projekt „Wurzeln schlagen – Kinder gestalten Zukunft“ wird ein Schulgarten aufgebaut, der nicht nur als Lern- und Erfahrungsort dient, sondern auch dauerhaft an der Schule verankert bleibt. Die Kinder lernen, Beete anzulegen und zu pflegen, erleben den Kreislauf von Saat, Pflege und Ernte und entwickeln so Wissen über Klima, Nachhaltigkeit und gesunde Ernährung. Begleitend finden kreative Upcycling-Workshops statt, in denen aus vermeintlichem Abfall neue Produkte und Kunstwerke entstehen. Theoretische Impulse zur Klimakrise, Recycling und Ressourcenschonung ergänzen die praktischen Einheiten.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf kultureller Bildung: Unter dem Motto „Tanz der Kulturen – Kunst verbindet“ beschäftigen sich die Kinder mit künstlerischen Ausdrucksformen aus verschiedenen Kulturen, hören Musik, lernen Tänze und erschaffen selbst Kunstwerke, die kulturelle Vielfalt sichtbar machen. So werden nicht nur Umweltbildung und Nachhaltigkeit, sondern auch interkulturelles Lernen und soziales Miteinander gestärkt.

Am Ende des Projektes werden die Ergebnisse – Infoplakate, Kunstwerke, Upcycling-Produkte sowie der Schulgarten selbst – in einer Ausstellung innerhalb der Schule präsentiert. Diese wird für Eltern, Mitschüler*innen und den Stadtteil geöffnet, sodass auch das Umfeld an den Lernergebnissen teilhaben kann.

Ablauf & Methoden

Das Projekt beginnt mit Schnupperstunden, in denen die Kinder Grundlagen der Gartenarbeit und kreative Ideen für Recycling kennenlernen. In den Osterferien folgt die praktische Umsetzung: Gemeinsam werden Beete und Hochbeete angelegt, Pflanzen vorgezogen und erste Pflegeaufgaben übernommen. Durch einen abgestimmten Pflegeplan lernen die Kinder Verantwortung für Lebendiges zu übernehmen.

In begleitenden Upcycling-Workshops entstehen nützliche und kreative Objekte wie Insektenhotels, Sitzgelegenheiten aus Paletten oder Skulpturen aus Recyclingmaterialien. Eine Exkursion zum Müllsammeln im Park oder an der Ruhr vermittelt, dass gemeinsames Handeln sichtbare Veränderungen im Sozialraum bewirken kann. Parallel dazu erarbeiten die Kinder Infoplakate zur Klimakrise und zu ihrem eigenen Beitrag für eine nachhaltige Zukunft.

Die Ausstellung in der Schule bildet den Abschluss. Sie macht die Ergebnisse für Eltern, Mitschülerinnen und die Nachbarschaft sichtbar und stärkt das Bewusstsein für Umweltschutz über die Projektgruppe hinaus. Alle Aktivitäten werden in enger Abstimmung mit der Schulleitung umgesetzt. Genehmigungen für die Nutzung von Außenflächen und für bauliche Maßnahmen wie Hochbeete oder Sitzgelegenheiten werden vor Projektbeginn eingeholt. Die Ausstellung wird ebenfalls in Absprache mit der Schule organisiert. Zwei qualifizierte Dozentinnen übernehmen die fachliche Leitung, unterstützt von Lehrkräften vor Ort.

Ziele

Ziel ist es, Kinder frühzeitig für Nachhaltigkeit zu sensibilisieren und ihnen Handlungskompetenzen zu vermitteln. Sie sollen erleben, dass ihr Tun Wirkung zeigt und dass sie selbst einen Unterschied machen können. Neben Umweltwissen werden Verantwortungsbewusstsein, Teamfähigkeit, Selbstwirksamkeit und kulturelle Teilhabe gestärkt. Gleichzeitig wird der direkte Lebensraum der Kinder verbessert und der Sozialraum in Essen erfährt positive Impulse.

Messbarkeit und Evaluation

Die Wirkung des Projekts wird über quantitative und qualitative Indikatoren erfasst. Auf der quantitativen Ebene werden die Zahl der teilnehmenden Kinder, die durchgeführten Exkursionen, die angelegten Beete und erstellten Objekte erfasst. Auf der qualitativen Ebene kommen Feedbackbögen für Kinder, Eltern und Lehrkräfte sowie kurze Tests zum Umweltwissen und Umweltverhalten vor und nach dem Projekt zum Einsatz. Pädagog*innen dokumentieren außerdem die Beobachtung von Motivation, Verantwortungsübernahme und Teamarbeit. Die Ergebnisse werden für Förderer und Schule in Wort und Bild festgehalten.

Nachhaltigkeit

Der Schulgarten bleibt über das Projekt hinaus bestehen und wird in die schulische Nutzung integriert. Ein gemeinsam erarbeiteter Pflegeplan stellt sicher, dass Kinder, Lehrkräfte und Eltern die Verantwortung teilen. Auch die Upcycling-Objekte wie Insektenhotels oder Sitzgelegenheiten verbessern die Aufenthaltsqualität auf dem Schulhof langfristig. Die Ausstellung dient als Ausgangspunkt, um das Thema Nachhaltigkeit dauerhaft in der Schule zu verankern.

Langfristige Auswirkungen

Die Kinder gewinnen Vertrauen in ihre Fähigkeiten, entwickeln Verantwortungsbewusstsein und erweitern ihr Umweltwissen. Sie erleben, dass ihr Handeln im Stadtteil Wirkung zeigt – sei es durch gepflegte Beete, Müllvermeidung oder neu gestaltete Aufenthaltsorte. Für den Sozialraum entstehen sichtbare Verbesserungen, die Nachbarschaft wird einbezogen und die Schule erhält neue

Lern- und Begegnungsräume. Das Projekt leistet damit einen Beitrag zu Bildungsgerechtigkeit, sozialer Integration und ökologischer Verantwortung in einem benachteiligten Essener Stadtteil.

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