ZWISCHENBERICHT THEATERKLASSEN DES CONSOL THEATERS IN GELSENKIRCHEN FÜR DAS SCHULJAHR 2017/2018

ZWISCHENBERICHT THEATERKLASSEN DES CONSOL THEATERS IN GELSENKIRCHEN FÜR DAS SCHULJAHR 2017/2018

DIE THEATERKLASSE

Die Theaterklasse an der Regenbogenschule arbeitet derzeit klassenübergreifend mit Kindern aus der zweiten, dritten und vierten Klasse in 2 Schulstunden im Vormittagsbereich. In diesem Projektjahr ist ungefähr die Hälfte der Schüler mit Beginn der zweiten Klasse neu mit der Theaterarbeit angefangen.

 

PROJEKTVERLAUF

In den ersten Monaten hat die Theaterpädagogin Melody Reich mit den Kindern vor allem Grundlagenarbeit betrieben. Figuren wurden entwickelt, Kontakt und Bewegungsübungen standen im Mittelpunkt genauso wie Wahrnehmungsspiele und -übungen.

Im Dezember wurden erste kleine märchenhafte Szenen gemeinsam entwickelt und einem kleinen Publikum aus der Theaterklasse gegenseitig gezeigt. Das Lernen von Text fiel besonders den jüngeren Kindern zu diesem Zeitpunkt sehr schwer.

Mit Beginn des neuen Jahres hat Melody Reich, die auch Erzählerin ist, das „Märchen vom Teufel mit den 3 goldenen Haaren erzählt. Ausgehend davon wurden bei den nächsten Einheiten einzelne Szenen des Märchens szenisch erarbeitet und offene Themenstränge des Märchens mit eigenen Ideen gefüllt und für die Bühne umgesetzt.

In einer nächsten Phase wurde ein Stück als ein neues Märchen basierend auf den Ideen der Kinder und dem alten Märchen geschrieben. Jedes Kind der Theaterklasse hat mindestens eine eigene Rolle erhalten. In den Wochen danach wurde an diesem Stück intensiv gearbeitet, die einzelnen Rollen wurden entwickelt und die Szenen nach und nach zusammengesetzt. Als besonderes Stilmittel wurde das Element des Schattentheaters eingesetzt und mit diesem Mittel wurden die Szenen entsprechend angereichert und ästhetisch geformt.

In einer sehr arbeitsreichen Endprobenwoche wurde das Stück fertiggestellt und die Abläufe immer wieder geprobt. Viel Textarbeit stand für die Kinder an und der Übertrag auf die Bühne des Consol Theaters bedeutet neben der technischen Einrichtung immer auch eine stimmliche Herausforderung für die theaterspielenden Kinder.

Am 22. Juni konnte vormittags zunächst für die Mitschüler*innen der Schule und am Nachmittag für die Familien und Freunde „Ich weiß alles“ eine gelungene Premiere am Consol Theater gefeiert werden. Im Anschluss gab es eine schöne Premierenfeier in der Kellerbar des Consol Theaters.

 

FAZIT

Die Theaterklasse an der Regenbogenschule gibt es schon seit einer langen Zeit. Dank der Unterstützung der Schulleitung und der begleitenden Lehrerin und der kontinuierlichen Leitung durch unserer Theaterpädagogin Melody Reich ist die Theaterklasse fest im Schulalltag etabliert. Das hier durchgeführte Prinzip der altersübergreifenden Form funktioniert gut – für die Kinder der Schule ist eine Teilnahme an der Theaterklasse etwas besonderes und wird als besondere Förderung wahrgenommen. Die Text- und Sprachfähigkeit der Kinder bildet die zentrale Herausforderung des Projekts und war in diesem Jahr besonders intensiv. Eine weitere Herausforderung liegt in der einschränkenden Infrastruktur der Schule. Zwar ist eine regelmäßige Probenarbeit in der Schule möglich allerdings ist die Aufführung nur im Consol Theater möglich, da die Turnhalle der Schule dafür nicht geeignet ist.

 

RAHMENBEDINGUNGEN

An der Wiehagenschule arbeitete die Regisseurin Theaterpädagogin Margot Müller mit Kindern von zwei vierten Klassen parallel an zwei Versionen des Märchens „Der Wolf und die sieben Geißlein“ als Theaterinszenierung. Durch eine verkürzte Projektlaufzeit und eine intensive Einbindung der beiden Lehrerinnen war dieses Verfahren möglich. An den beiden Theaterklassen nahmen alle insgesamt 38 Kinder der Klasse 4b und 4c der Wiehagenschule teil.

 

VERLAUF

In den ersten Wochen im Herbst 2017 wurde das Rahmenthema ausgewählt und von der Regisseurin vorgestellt. Gemeinsame Theater- und Bewegungsspiele waren Hauptbestandteil der 90-minütigen Probenphasen. Die Gruppen lernten sich besser kennen, machten Vertrauens- und Wahrnehmungsübungen und verständigten sich auf grundlegende Regeln des Miteinanderarbeitens. Nach und nach begann die eigentliche Theaterarbeit.

In einer zweiten Phase wurden bei den Kindern besondere Fähigkeiten und Techniken geschult, gefördert und entwickelt. In gemeinsamen Improvisationen wurden verschiedene Rollen erarbeitet und erste kleine Szenen erarbeitet und sich gegenseitig gezeigt.

In der Endphase wurde die Inszenierung herausgearbeitet und sehr konkret an einzelnen Szenen und sprachlichen Feinheiten gearbeitet. Komplette Durchläufe sorgten für eine Sicherheit bei allen teilnehmenden Kindern und besonders komplizierte Auf-, Ab- und Übergänge wurden geklärt. Abschließend wurden gemeinsam die Kostüme entwickelt und hergestellt.  Der Übertrag auf die Bühne des Consol Theaters und die Einbindung der hauseigenen Technik gab den beiden Projekten einen großen Schub und erhöhte die Konzentrationsfähigkeit in besonderem Maße.

Am 22.03.2018 gab es eine große Abschlussaufführung der beiden Versionen vor anderen Kindern der Wiehagenschule im Consol Theater.

 

FAZIT

Ein wesentlicher Aspekt der Förderung war auch dieses Jahr wieder, das Arbeiten mit der ganzen Klasse einerseits, das gezielte Fördern in Kleingruppen andererseits.

Eine besondere Herausforderung für dieses Projekt war die Wideraufnahme und Neufassung eines bereits vor Publikum gespielten Märchens. Die Kinder waren, obwohl ihnen die Geschichte bereits bekannt war, mit viel Spielfreude dabei. Ihrem Wunsch, die Rollen zu wechseln konnte nachgegeben werden, und umso verblüffender war es für die Leiterin Margot Müller und auch die Schülerschaft, neue Aspekte in unseren bereits gespielten Szenen zu entdecken.

Frau Müller legte besonderen Wert auf die Verfeinerung der Körpersprache und der Übung der Wahrnehmung, der in den Szenen innewohnenden Spannungsbögen. Viel Aufmerksamkeit legten die beiden Klassen dabei auf das Erspüren von Pausen. Es war enorm, mit welcher Ernsthaftigkeit und Konzentration die Kinder zu Werke gingen.

 

VERLAUF

Die Theaterklasse in der Lindenschule hat ihr zweites Jahr im Herbst 2017 begonnen, mit 20 Schülern aus der 2. und 3. Klassen. Die Kinder haben sich freiwillig angemeldet. Im ersten Halbjahr standen Kennenlernspiele, Berührungen mit dem Theaterspiel und sprachpädagogische Spiele im Mittelpunkt des gemeinsamen Arbeitens. Theaterpädagogische Grundlagen wurden vermittelt und ein Thema bzw. ein Bilderbuch wurde als Inspiration für die Aufführung ausgesucht. Die Kinder waren mit dem Thema Flucht und Migration aus ihrer eigenen Perspektive heraus beschäftigt. Wie fühlt sich das an, sein Kinderzimmer, Spielsachen und Freunde hinter sich zu lassen? Wie kann ich mich woanders zu Hause fühlen, wenn fast alles was dazu gehört, nicht mehr da ist?

Gemeinsam wurde das Buch „Zu Hause kann überall sein“ ausgesucht, gelesen und zu diesem Thema improvisiert. Wo ist mein zu Hause? Was gehört dazu? Was darf nicht fehlen? Solche und andere Fragen wurden gemeinsam als Grundlage für die Theaterarbeit genommen.

Begleitet wurde das Projekt von einer Lehrerin, die schon im ersten Jahr die Theaterklasse begleitet hat. Die Aufführung vor den Sommerferien 2018 wurde sehr positiv von der gesamten Schule und auch den Eltern aufgenommen, die Kinder der 1., 2. und 3. Jahrgänge haben sich das Stück angeschaut und auch die Eltern der spielenden Kinder sind gekommen.

 

FAZIT

Die Verankerung der Theaterklasse in der Lindenschule geht Schritt für Schritt voran. Gleichzeitig ist spürbar, dass sie noch nicht bei allen Akteuren der Schule (Hausmeister, OGS-Mitarbeiter etc.) etabliert ist. Die räumlichen Begebenheiten sind an der Schule dank eines Sanierungsstaus nach wie vor nicht ideal. Sowohl die Schulleiterin als auch die beteiligten Lehrer*innen setzen sich jedoch sehr für die Theaterklasse ein so dass auch in der Spielzeit 2018/2019 einer Fortführung nichts im Wege steht. Alle direkt Beteiligten spüren die äußerst positive Einflussnahme des Theaterspiels für den Alltag und die Potentialentwicklung der teilnehmenden Kinder.

Hinweis: leider gibt es von diesem Projekt keine Fotodokumentation, weil ein Großteil der Eltern der beteiligten Kinder die fotografische Dokumentation nicht gestattet hatte.

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