Aus unserem Leuchtturm „Kinderheim Funkstiftung“: Teil 3 „Erfolgsgeschichten des Freizeitpädagogen“

Aus unserem Leuchtturm „Kinderheim Funkstiftung“: Teil 3 „Erfolgsgeschichten des Freizeitpädagogen“

Zwei Mal haben wir in letzter Zeit über unsere mehr als 10-jährige Förderung der beiden Lehrerinnen und der Heilpädagogin im städt. Heimverbund berichtet. Im letzten, dritten Teil kommt der Freizeitpädagoge zu Wort.

Aktuell beteiligen sich ca. 40 Kinder und Jugendliche der Funkestiftung an freizeit-pädagogischen Angeboten, 10 Kinder darüber hinaus an individualpädagogischen Maßnahmen.

Die Schwerpunkte in 2015 waren insbesondere:

– Regelmäßig stattfindender offener Freizeitreff gruppenübergreifen für Kinder und Jugendliche der Funkestiftung und der Außenwohngruppen, mit angeleiteten und begleitenden Angeboten im Spiel- Sport und Kreativbereich (wie z.B. Billard; Werken; Fitnesstraining; etc.). Vor allem für neue Bewohner bietet dies eine ideale und einfache Möglichkeit sich zu integrieren.
– Durchführung gruppenübergreifender Angebote im Bereich Sport; Spiel und Erlebnispädagogik.
– Fortführung des Schwimmtrainings für Schwimmabzeichen; Abzeichens. Besonderheiten beim Schwimmtraining: Die Beteiligung traumatisierter und verhaltensauffälliger Kinder und Jugendlicher durch ein behutsames Heranführen an das Element Wasser und die Einbeziehung neuer ausländischen Mitbewohner, die in der Regel keine Schwimmkenntnisse haben und eine besondere intensive Begleitung benötigen, da sie erst Vertrauen und Sicherheit erlangen müssen.
– Badmintontraining, eine hervorragende Möglichkeit sich im Sport zu messen und z.B. im Doppel Match als Team zu behaupten. Einige Kinder haben sich dadurch auch für die Mitgliedschaft in einem Badmintonverein entschieden, was wiederum ihre Selbstständigkeit und den Kontakt nach Außen fördert.
– Fußballtraining, fördert die Gruppenfähigkeit jedes Einzelnen und sich als Team bei auswärtigen Turnieren zu behaupten. Hier erleben viele Kinder und Jugendliche erstmalig ein positives Gemeinschaftsgefühl, das sie als „Funke-Team zusammenschweißt. Wie beim Badminton haben sich einige Kinder einem Fußballverein im Wohnumfeld angeschlossen.
– Fitnesstraining in dem Fitnessraum für Jugendliche, die dort regelmäßig unter Anleitung trainieren, um irgendwann in einen Verein wechseln zu können.
– Durchführung von Erlebnisangeboten wie Paddeln, Rad- und Waldexkursionen, um die Kinder und Jugendlichen für die Natur zu interessieren und zu sensibilisieren und ihnen die Möglichkeit von Freizeitgestaltung in ihrer unmittelbaren Umgebung aufzuzeigen.

Alle Angebote sollen den Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit geben sich aktiv in ihrem Freizeitverhalten auszuprobieren und diese kennenzulernen. Dabei ist es wichtig gezielt auf die Verhaltensauffälligkeiten und damit verbundenen Defizite der Kinder einzugehen und zu versuchen diese trotz alle dem in ein Gruppengeschehen zu integrieren und in ihren Sozialkompetenzen zu fördern.

Viele der Kinder haben aufgrund ihrer erheblichen Verhaltensstörungen einen besonderen Bedarf an individueller Zuwendung und sind aufgrund ihrer Anamnese nicht immer in der Lage sich in Gruppenangebote zu integrieren. 2015 konnten so nach Vereinbarungen in Fachgesprächen mit den Gruppenerziehern für insgesamt 16 Kinder und Jugendliche Individualpädagogische Maßnahmen mit dem Freizeitpädagogen installiert werden, die in regelmäßigen Abständen von ca. 2-3 Wochen über einen längeren Zeitraum stattfanden oder noch weiterlaufen. Für diese Kinder und Jugendlichen wurden speziell auf ihre Bedürfnisse ausgerichtete Angebote in Einzel und gezielten Kleingruppen Konstellationen durchgeführt, häufig im erlebnispädagogischen Bereich, wie Klettern, Paddeln, aber auch z.B. in der Einzelschwimmförderung liegen.

Erfolgsgeschichten gibt es auch hier, einige Beispiele.

L., 10 Jahre, die durch Verlust der Eltern einen großen Bedarf an Zuwendung und Bestätigung benötigt und ihre traumatischen Erlebnisse einfach mal für eine kurze Zeit vergessen kann um Freude zu haben.

J., 14 Jahre, ein völlig introvertierter und zurückgezogener Jugendlicher, der sich bisher nicht in eine Gruppe integrieren kann und sich langsam bei den Angeboten öffnet und auch dabei über seine Problematik reden kann.

R., 15 Jahre, ein völlig unsicherer Jugendlicher, der u.a. nicht schwimmen gelernt und sich dessen sehr geschämt hat. In der Einzelschwimmförderung, aber auch durch andere Angebote wie Klettern, konnte bei ihm ein Selbstwertgefühl aufgebaut und gefestigt werden.

A., 12 Jahre, ein kriegstraumatisiertes Kind, das erst langsam lernen muss ein Vertrauen aufzubauen und Sicherheit für sich zu erfahren.

P., 13 Jahre, ein sehr verhaltensgestörter Jugendlicher, mit einer erheblichen Aufmerksamkeitsdefizit, fehlenden Sozialkompetenzen und massiven Ängsten, der in kleinen Angeboten lernt soll zur Ruhe zu kommen (u.a. durch die Verfolgung seiner Interessen Sternenkunde durch den Besuch einer Sternwarte und eines Planetariums) und seine Ängste zu bekämpfen (z.B. eine gemeinsame abendliche Waldwanderung oder durch gezielte Einzel Kletternagebote in ruhiger und überschaubarer Atmosphäre).

Unsere drei Teile der Förderung des Kinderheims der Funkestiftung und die damit verbundenen Erfolgsgeschichten zeigen wie wichtig das Engagement der Anneliese Brost-Stiftung ist. Sie können auch mithelfen!

Hier geht’s zum städtischen Heimverbund

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