Aufbruch in ein selbstbestimmtes Leben – Ich bin anders

Aufbruch in ein selbstbestimmtes Leben – Ich bin anders

So lautet der Ansatz bei einem weiteren von der Anneliese Brost-Stiftung geförderten Projekt des Mädchenzentrums Gelsenkirchen. Deutlicher wird dies durch die Fragestellung, die das Mädchenzentrum gemeinsam mit uns in den nächsten 3 Jahren beantworten will: Was geschieht mit jungen Frauen mit Handicap, wenn sie den Schutzraum Förderschule verlassen und in ein selbstbestimmtes Leben gehen?

Das Mädchenzentrum beschreibt die Aufgabenstellung wie folgt.

Die Gesellschaft ermöglicht mittlerweile die Entscheidung unterschiedliche Lebenswege einzuschlagen, obwohl Menschen mit Handicaps im Alltag noch viele Barrieren begegnen, es ist nicht nur die fehlende Rampe.

Viele Frauen mit Handicaps verbleiben oftmals in der Familie. Für sehr viele wird das häusliche Umfeld zum einzigen Bezugspunkt und Lebensbereich. Abgesondert von der gesellschaftlichen Realität können so Parallelwelten entstehen. Inklusion wird erschwert, gerade bei jungen Frauen mit mehreren Handicaps und Migrationshintergrund. Auf der einen Seite besteht ein stabilisierender familiärer Hintergrund, auf der anderen die Isolation, und die Angst neue Wege zu gehen.

Der Gang in die Werkstatt kann für die Betroffenen der einzige Kontakt mit der Außenwelt sein. Es gibt zwar den Austausch mit Gleichgesinnten, aber keine Anknüpfung an gesellschaftliches Leben, man bleibt unter sich. Insofern geht es bei unserer Arbeit auch um die Vermittlung zwischen Systemen, wie Familie, Arbeit und Freizeit.

In Arbeitsgemeinschaften an Förderschulen wurden bereits Grundlagen zu selbstbestimmten Handeln vermittelt. Die Betreuung soll beim Übergang von der Schule in den Beruf nachhaltig gesichert werden. So hat sich das Mobile Mädchenzentrum an Werkstätten angeschlossen, um Begleitung über die Schulzeit hinaus zu gewährleisten. Die Weiterführung der Betreuung gelingt durch spezifische Angebote, wie Workshops und Einzelberatung und auch Hausbesuche. Der Kontakt zu unserer Beratungsstelle bleibt bestehen.

Kurse zur Selbstbehauptung ermöglichen jungen Frauen, vor allem mit geistiger Behinderung, Grenzen zu finden, zu setzen und ihr Recht auf Intimität zu wahren.

Freizeitgestaltung und Teilhabe am öffentlichen Leben sind Bereiche, die unterstützt werden müssen. So bietet das Mobile Mädchenzentrum Assistenz zur Stadterkundung, bei Busfahrten, Museumsbesuchen und anderen Veranstaltungen. Zu unserem Aufgabenbereich gehört auch die Begleitung zu Ämtern oder bei der Wohnungssuche. Persönliche Belange sollen möglichst unabhängig geklärt werden. Wir geben einen Anstoß zu selbstständigem Handeln.

Neue Modelle in den Werkstätten ermöglichen außen gelagerte Arbeitsplätze und Zugänge zum ersten Arbeitsmarkt, sowie Weiterbildungsmöglichkeiten. Dennoch selektiert unser Bildungssystem, einen Ausbildungsplatz mit einem Förderschulzeugnis zu erlangen ist fast utopisch. Viele Abgängerinnen von Förderschulen sind daher desillusioniert.

Es erschließt sich aber eine Vielzahl von Maßnahmen durch Integrationscenter des Arbeitsamtes. Das Mädchenzentrum ist mit vielen Institutionen im ständigen Austausch, so dass individuelle Förderpläne gemeinsam entwickelt werden können.

Wir ermutigen unsere Klientinnen den Einstieg in die Arbeitswelt zu wagen, sich weiter zu entwickeln und Inklusion in allen Bereichen zu leben und begleiten junge Frauen dabei.

Viel Erfolg kann die Stiftung da nur wünschen! Wir werden regelmäßig berichten!

Hier erfahrt ihr mehr über das Mädchenzentrum Gelsenkirchen

 

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